einzelgeschichten.

Drei der fünf Protagonist:innen erzählen ihre ganze Geschichte – ungekürzt und jenseits des Films.

Full Story: Judith Braband

Judith organisierte den großen Protest am 10. Oktober ’89 mit, saß später am „Runden Tisch“ und für die Vereinigte Linke im Bundestag. Im Interview erzählt sie, dass sie zunächst ihren Eltern folgte und jung Stasi-Informantin wurde. Wenige Jahre später vollzog sie eine „Kehrtwende um 180 Grad“ und ging in die linke Opposition.

Die von ihr mitinitiierten Proteste ’89 überraschten sie selbst in ihrer Größe. Überrascht wurde sie auch von vielen der nachfolgenden Entwicklungen – hatte sie doch einen anderen, besseren Sozialismus gewollt. Nach einem kurzen Ausflug in den Bundestag baute sie im wiedervereinigten Deutschland das Haus für Demokratie und Menschenrechte mit auf.

Full Story: Shahida Issel

Shahida Issel brachte als Aktivistin das Apartheid-Regime zu Fall, aber nimmt keine Ehrungen von aktuellen Regierungen an. Sie wuchs mit der Apartheid auf. Ihre Familie wurde zwangsumgesiedelt, aus dem berüchtigten District 6, der anschließend dem Erdboden gleichgemacht wurde.

Sie heiratete jung und gegen den Willen ihrer Eltern einen der führenden Anti-Apartheid-Aktivisten. Gemeinsam bauten sie die United Democratic Front auf. Shahida und ihr Mann wurden beide mehrfach inhaftiert. Folter, regelmäßige Hausdurchsuchungen, ermordete Genoss:innen – all das hat Shahida nicht verbittern lassen.

Full Story: Kali Akuno

Kali Akuno baut Öko-Genossenschaften auf und ist gefragter Stratege der Black-Power-Bewegung in den USA. Im Interview erzählt er von seiner Kindheit im Los Angeles der 1980er. Armut und Drogen waren genauso zerstörerisch für die Schwarze Community wie die US-Regierung mit ihrem „War on Drugs“ und „COINTELPRO“.

Seine Eltern standen den Black Panthers nahe, er schloss sich dem Malcolm X Grassroots Movement an. Mit diesem kam er nach Jackson, Mississippi, wo er half, eine lokale Ikone der Bürgerrechtsbewegung zum Bürgermeister zu machen. Die so angestoßenen Pläne, die lokale Wirtschaft genossenschaftlich und ökologisch umzubauen, setzt er nun selbst in die Tat um: Cooperation Jackson.